Blogeintrag #1035 – Einblick in den Entwicklungsstand

Es sind kleine Schritte, aber es geht voran. Canyonbreed nimmt so langsam Gestalt an, auch wenn die Fertigstellung in weiter Ferne liegt.

Multiplayer und Server
Der im Fachjargon auch genannte NetCode ist voll funktional und arbeitet sehr solide. Der Server läuft seit Wochen testweise mit mittlerer Auslastung ohne Störung und Ausfällen. Vor allen Features, riesiger Spielwelt, unzähligen Items und Gegnern war mir eine stabile und sichere Server/Client Umgebung immer am wichtigsten. Dieser Punkt ist nun erreicht und ich kann mich nun dem eigentlichen Spiel widmen.

Klassische MMO Elemente vs. Adventure Elemente
Im Kern geht es bei Canyonbreed darum, seinen Charakter zu leveln und stets besserere Ausrüstung zu finden um den steigenden Schwierigkeitsgrad der Gegner entgegen zu wirken. Kämpfen und neue Bereiche auf dem Schiff zu erkunden steht also hier an der Tagesordnung. Als Freund von klassischen Adventures aus den 80/90ern liegt es mir sehr am Herzen, die Aspekte eines klassischen Onlinerollenspiels mit denen eines klassischen Adventures zu vereinen.

Natürlich wird es die üblichen Questverdächtigen geben, die einen 5 Gegenstände suchen oder 4 Monster umlegen lassen. Das gehört irgendwie dazu. Aber es wird auch Aufgaben geben, bei denen man herumprobieren oder auch etwas suchen muss, um weiter zu kommen. Beispielsweise könnte man ein kleines Feuerchen legen, wodurch ein Alarm ausgelöst wird, der wiederum Gegner ablenkt die im Kampf nicht ohne weiteres zu bezwingen wären. Jeder klassische MMO Spieler würde darüber jammern, dass eben diese Gegner viel zu stark sind und fordert einen sofortigen Nerf. Wer aber weis, dass es auch anders geht, wird über den weichgespülten, selbsternannten kopflosen ProGamer nur müde lächeln. Naja, auf jedenfall soll die Reise in diese Richtung gehen.

Am Anfang war das Licht, oder eben auch nicht
Ein Lichtschalter, der das Licht ein- oder ausschalten lässt. Okay, dass ist auf dem ersten Blick nicht sehr spektakulär. Diesen Lichtschalter aber zu finden um einen stockdunklen Bereich zu erhellen kann dann schon wieder für Euphorie sorgen. Sicherlich kann man auch eine Taschenlampe verwenden, die aber sicher nicht den ganzen Bereich ausleuchten wird. Nehmen wir also an, wir haben den Lichtschalter gefunden, bekommen aber mit, dass dort bereits ein anderer feindlich gesonnener Spieler gegen eine Horde von Gegnern kämpft. Schauen wir zu und warten ab was passiert, oder knipsen ihm im wahrsten Sinne des Wortes das Licht aus und sorgen dann dafür, dass ihm was passiert? Okay, dafür gibt es sicher keine Heldenbelobigung, aber dafür sicher ein wenig Spaß.

Werte und Ziel des Spielprojektes
Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mit Canyonbreed Geld verdienen möchte. Meine Antwort darauf ist stets eine konsequente Verneinung. Von Beginn an habe ich das Ziel verfolgt, etwas zu erschaffen, dass Spielern Freude bereitet und kostenlos ist. Es ist schon schwierig genug, potentielle Spieler auf Canyonbreed aufmerksam zu machen. Anfallende Spielkosten würde das vermutlich weiter unnötig hemmen. Es wird bestenfalls die Möglichkeit geben, freiwillig für den Serverunterhalt zu spenden, der ja laufende Kosten verursacht.

Und dann besteht auch noch das Risiko, dass Canyonbreed floppt und überhaupt nicht gespielt wird. Unter dem Strich ist dieses Risiko kalkulierbar, da ich über die Jahre mehr gewonnen als investiert habe: Die Erfahrung. Ich habe in der Entwicklung sehr viel über die Spieleentwicklung gelernt und selbst wenn es am Ende keiner spielen wird, ist es ein vorzeigbarer Prototyp für das nächste Projekt. Und letztendlich ist es ein leichtes, Canyonbreed in ein Offlinespiel zu konvertieren. In zwanzig Jahren habe ich dann ein fertiges Retro-Game.

Das Entwicklungsteam
Hinter Canyonbreed steht hauptverantwortlich tatsächlich nur eine Person. Ich bin Programmierer, Level- und Gamedesigner, Audiomischer, Grafiker, Webmaster, Animator, Questschreiber, Jugendschutzbeauftragter und was sonst noch so für die Entwicklung eines Spiels benötigt wird. Das macht das ganze wieder sehr spannend. Ich habe schon viele ähnliche Projekte starten gesehen, wo erstmal viele Leute für den Aufbau eines Teams gesucht wurde mit übereuphorischen Plänen. Die einschlägigen Foren sind voll mit solchen Projekten. Ich bin ziemlich stolz darauf, 2011 einfach alleine angefangen zu haben und nun etwas handfestes in der Hand zu haben. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn man z.B. auf Negaia blickt. Negaia ist ein sehr gutes Beispiel, dass es auch mit einem grösserem Team funktionieren kann.

Aber ich arbeite tatsächlich nicht ganz alleine. Vor einem Jahr habe ich Kallisto kennengelernt, der bis heute dabei ist und unermüdlich testet und mir wertvolle Rückmeldungen gibt. Eben aus der Sicht eines Spielers. Mittlerweile ist daraus eine solide Zusammenarbeit geworden, ohne weitere Verpflichtungen. Ich binde ihn in alle möglichen Belange ein und er hat Spaß daran, mitzuwirken.

Und dann haben wir noch Fhizban, der überhaupt nichts mit Canyonbreed am Hut hat, aber ein begnadeter Coder ist. Er unterstützt mich bei schwierigen Herausforderungen und hat schon sehr viele Subsysteme für Canyonbreed entwickelt. Ich vergleiche ihn manchmal mit dem russischen Astronauten aus dem Film Armageddon, der auf der Raumstation MIR einen verwirrten Eindruck macht, aber dennoch stets weiss was er tut und brilliante Arbeit leistet. Ich hoffe, Fhiz wird diese Zeilen nie lesen.

Jedenfalls würde Canyonbreed nicht soweit fortgeschritten sein, wenn es sie nicht gäbe. Danke Jungs!

Wie geht es jetzt weiter
Morgens nen ordentlichen Kaffee und Abends gelegentlich ein kühles Pils. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich an Canyonbreed zwar solide arbeite, aber mein Reallife nicht verdränge. Deshalb dauert alles vermutlich ein wenig länger, aber das ist auch gut so. Vielen Dank für’s lesen!

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